Am Abgrund

Dass die Rekordverschuldung Griechenlands nur die Eisbergspitze der globalen Verschuldung darstellt, ist längst kein Geheimnis mehr. Auf der ganzen Welt haben sich Staaten, Unternehmen sowie private Haushalte verschuldet. Der derzeitige Schuldestand liegt bei derzeit 10 Billionen Euro. Auf Grund der Tatsache, dass der Greenback wieder deutlich erstarkt ist, droht einigen Schwellenländern der vorprogrammierte finanzielle Kollaps. Die Situation erinnert an Südamerika (1980er Jahre) und Asien (1990er Jahre).

Wieder nicht aus der Vergangenheit gelernt

Doch man hätte die Chance gehabt, wieder einmal aus der längst vergangenen Geschichte zu lernen. Denn bereits in den 1980er Jahren war es der starke Dollar, der viele südamerikanische Staaten fast in die Pleite schickte. Auch in den 1990er Jahren war es der amerikanische Dollar, der die Tigerstaaten in Asien am Rande des Abgrunds führte. Und nun wird es abermals der US-Dollar sein, der nun die Schwellenländer an den Rand des Abgrunds führen wird.

Die griechische Schuldenpolitik

Die Griechen versetzen die Europäer – seit Jahren – in Angst und Schrecken. Die neu gewählte Regierung, welche Anfang des Jahres in Athen angelobt wurde, macht die Situation nicht besser. Im Gegenteil. Man verlangt nach weiteren Hilfspaketen, möchte Reformen und Sparkurse lockern und denkt im Endeffekt nicht einmal daran, die Schulden zurückzubezahlen. Derzeit liegt der griechische Schuldenstand bei 320 Milliarden Euro. 80 Milliarden Euro kommen aus Deutschland und sind in Form von „Hilfspaketen“ und „Rettungszahlungen“ überwiesen worden. Rund 1 Milliarde Euro pro deutschen Bürger. Geld, was der Steuerzahler wohl nicht mehr sehen wird. Experten diskutieren immer wieder, ob die Griechen aus der Währungsunion austreten sollten. Die Rückkehr zu den Drachmen, der ehemaligen griechischen Währung, wäre ein Ende mit Schrecken, aber besser als ein Schrecken ohne Ende. Doch die Griechen wissen: Ein Austritt bedeutet die sofortige Staatspleite. Das ist auch jenen Politikern bewusst, die gegen die Reformen und Sparpakete innerhalb des Landes wettern.

Ein neuer Schuldenstand

Doch der griechische Schuldenberg ist – gemessen an den globalen Schulden – nur ein Hügelchen. Der weltweite Schuldenstand liegt bei 10 Billionen Euro. Ob Staaten, Privathaushalte oder Unternehmen; der Schuldenstand steigt und steigt. Vor allem die Schwellenländer treiben jene absurde Summe immer weiter nach oben. Es war vorwiegend das starke Wachstum, weshalb der Zinsdienst sowie die Tilgung bislang keine Probleme darstellen. Nach dem Greenback-Höhenflug sieht die Sache jedoch ganz anders aus. Etwa 2,6 Billionen Dollar summierten sich für die Schwellenländer zusammen; knapp drei Billionen Dollar wurden als länderübergreifende Bankdarlehen aufgenommen. Zusammengerechnet entspricht diese Summe der japanischen Wirtschaftskraft.