Kategorie-Archiv: Allgemein

Dollar Dämmerung

© Mariusz Blach - Fotolia.com

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Global gilt der US-Dollar als die wichtigste Leitwährung. Seit langer Zeit setzen die USA ihn auch als geostrategische Waffe ein. Doch die Vormachtstellung verändert sich. Schon seit einiger Zeit baut China seinen Yuan als Alternativwährung für Kapitalmärkte und den Handel auf. Die Folge könnte ein eurasischer Wirtschaftsblock sein.

„Monopolistischer Merkantilismus“, unter diesem Begriff lässt sich die expansive Währungspolitik der USA zusammenfassen. Aktuell sind die USA mit dieser Strategie ziemlich erfolgreich. Schon seit Jahrzehnten gilt der US-Dollar als Leitwährung weltweit. Der internationale Handel wird zu 80 Prozent über ihn abgewickelt.

Nach erfolgreichen Geschäftsabschlüssen geht das Geld gewöhnlich in US-Staatsanleihen. Mit mittlerweile 11,6 Billionen Dollar machen sie inzwischen den größten globalen Anleihenmarkt aus. Nur auf diese Weise können sich die USA milliarden-teure Kriegseinsätze im Ausland und den weltweit höchsten Militäretat von jährlich 640 Milliarden Dollar leisten. Somit wären wir beim Begriff des Merkantilismus. Sein wichtigstes Merkmal ist die Finanzierung eines starken stehenden Heeres durch Exportgewinne.

Die Währung hat heutzutage die Rolle der Waren weitgehend übernommen. Verträge bieten den USA vorzugsweise die Verbreitung ihrer eigenen Währung. Seit dem Abkommen von Bretton Woods werden nun alle wichtigen Rohstoffe in US-Dollar gehandelt. Den USA gibt das eine starke wirtschaftspolitische Waffe an die Hand: die Isolierung oder den vollständigen Ausschluss bestimmter Länder vom Dollar. Das hat für die betroffenen Länder absolut verheerende Folgen: Kapitalflucht, Verfall der eigenen Währung und schlussendlich ein Investitionsstopp. Der Iran, Argentinien und inzwischen auch Russland haben diese Erfahrungen schon gemacht. In jedem dieser Fälle stehen strategische Interessen der USA im Vordergrund. Moskau und Teheran können sich stärker einander und China zuwenden. Argentinien verfügt über gewaltige Erdgasreserven.

In Europa möchten die USA so schnell wie möglich Russland als Energielieferant ablösen. Natürlich auf Dollar-Basis. Hierzu passt das zweifelhafte transatlantische  Freihandelsabkommen TTIP. Inzwischen sind die USA auch in Asien aktiv: Beim Freihandelskontrakt mit Japan und anderen Verbündeten und Partnern soll China möglichst außen vor bleiben.

China kümmert das alles wenig. Es schließt bilaterale Verträge mit Schwellenländern ab, bei denen der Rivale USA das Nachsehen hat. Die Heimat-Währung Yuan wird währenddessen zielstrebig zur weltweiten Reserve- und Handelswährung aufgebaut. In Asien und Europa schießen ständig neue Yuan-Handelsplätze aus dem Boden. Und mit massiven Goldaufkäufen stärkt Peking das Vertrauen in seine Währung. Die Zukunft des Dollars wird spannend.

Hat die EZB ihr Pulver bereits verschossen?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nicht nur die Leitzinssenkung als Rettungsmaßnahme implementiert, doch bislang verpufften alle Initiativen ohne Wirkung. In ihrer Not erwägen die Zentralbanker mittlerweile die Akzeptanz äußerst umstrittener Kreditverbriefungen und als letzten Ausweg den Ankauf europäischer Staatsanleihen.

Deutschland kann den Anleihenkauf nicht verhindern

Den Brüsseler Regeln entsprechend hat kann Bundesbankchef Weidmann im kommenden Jahr nicht von seinem Veto-Recht Gebrauch machen, da er 2015 nicht im Besitz eines umfassenden Stimmrechts ist. Die EZB verpasste einem ihrer Kreditprogramme den denkwürdigen Namen „Dicke Berta“, sie hätte dabei allerdings an den Preußenkönig Friedrich II denken sollen. Denn dieser ließ schon 1742 seine Kanonen mit einer Aufschrift in Latein versehen, welche in deutscher Sprache diese Mahnung vermittelt: Dies ist das letzte Mittel des Königs. Dessen ungeachtet verschoss die EZB ihr vielleicht letztes Pulver mit sehr geringer Wirkung.

Aktuelle Maßnahmen zeigen keinen Erfolg

Das von den europäischen Währungshütern eingesetzte Programm TLTRO sollte den nationalen Banken langfristig günstig Mittel sichern, die als Kredite an die Wirtschaft vergeben werden sollten. Die Institute zeigten daran nur wenig Interesse, 255 Banken hätten insgesamt 133 Milliarden Euro abrufen können, lediglich 83 Milliarden wurden wirklich in Anspruch genommen.

Das nächste Ziel der EZB gilt als sehr umstritten, es dreht sich hierbei um den Ankauf von Darlehensverbriefungen, die in der Branche kurz als ABS bezeichnet werden. Das Problem dieser Asset Backed Securities: Sie gelten als Hauptverursacher der letzten Finanzkrise. Den Zentralbankern ist die Problematik bekannt, sie akzeptierten diese riskanten Papiere bislang nur bei erstklassiger Bonität, welche ein A+ Rating als Mindestanforderung beinhaltete.

Das letzte Aufgebot

Mittlerweile gehen Insider davon aus, dass es die EZB nicht bei diesen Anforderungen belässt und auch ABS mit schlechteren Ratings aufkaufen wird. Darüber hinaus wird die Zentralbank in Kürze mit dem Ankauf von Staatsanleihen beginnen, sie fügt sich damit in die neue Brüsseler Linie ein. Dabei geht es um Eurobonds in Verbindung mit einer generellen Aufweichung der Finanzdisziplin und letztendlich um eine europaweit greifende Arbeitslosenversicherung. Bundesbankpräsident Weidmann, ein erbitterter Gegner des Anleihekaufs, ist zur Untätigkeit verdammt, denn er wurde per Losentscheid an seiner Teilnahme bei den relevanten Sitzungen des EU-Rates gehindert.

Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze

Auf diese aktuelle Situation macht Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft BVMW, im Hinblick auf die bevorstehenden Beratungen zum Mindestlohngesetz im Deutschen Bundestag wiederholt aufmerksam. Der Mindestlohn sei zweifellos in vielen Gebieten der deutschen Wirtschaft angebracht, jedoch bei weitem nicht überall, und insofern auch nicht flächendeckend.
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Eine neue Zwangsabgabe ist in Sicht

Innerhalb der Eurozone hat Spanien, als erstes Land, nun eine Steuer auf das Bankguthaben in Kraft gesetzt. Ähnliche Pläne verfolgen aber auch die IWF, die Deutsche Bundesbank und die EZB. Der Zeitpunkt, für die Einführung einer neuen Steuer, konnte von der spanischen Regierung nicht besser gewählt werden. Denn die Spanier jubeln derzeit Felipe VI., den neuen König des Landes, zu und sind noch immer vom Ausscheiden ihrer Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft getroffen. Diese zwei Ablenkungsmanöver nutzte die Regierung, um in einer Nacht und Nebel Aktion eine Zwangsabgabe in der Höhe von 0,3 Prozent einzuführen. Die Zwangsabgabe für das Bankguthaben trat rückwirkend mit 1. Januar 2014 in Kraft.  Weiterlesen

Dobrindts schneller Wurf wird zum Bumerang

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD wurde festgelegt, die Bundesmittel für Verkehrsinfrastruktur zu erhöhen. Dazu soll die LKW-Maut auf alle Bundesstraßen ausgeweitet und unter Berücksichtigung von Tonnage, Netz und externe Kosten weiterentwickelt werden.

Für den Erhalt und den Ausbau des Autobahnnetzes sollen nicht in Deutschland zugelassene PKW einen angemessenen Beitrag zahlen, wobei kein Fahrzeughalter in Deutschland stärker als heute belastet werden soll. Weiterlesen

Die Arbeitnehmer als Weltmeister

Wenn die Nationalmannschaft um den Weltmeistertitel kämpft, teilt sich die Nation bekanntlicherweise in zwei verschiedene Lager auf. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft greifen die Meinungsverschiedenheiten auch auf den beruflichen Bereich über. So fordern die Gewerkschaften die einzelnen Arbeitgeber dazu auf, ihren Arbeitnehmern einen späteren Arbeitsbeginn zu ermöglichen. Da zahlreiche Spiele erst am späten Abend beziehungsweise mitten in der Nacht beginnen, sollen vor allem die Anfangszeiten der Frühschichten flexibler gestaltet werden. Eine entsprechende Forderung wurde unter anderem von Carsten Burckhardt gestellt. Das bei der IG Bau tätige Vorstandsmitglied appelliert an die Arbeitgeber, die festgelegten Zeiten des Arbeitsbeginnes um bis zu zwei Stunden zu verschieben. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Michael Vassiliadis. Weiterlesen

Erneuerbare Energien

Klar ist: Energie ist teuer, die Vorräte an Erdöl, Erdgas und Kohle gehen irgendeinmal zu Ende (wenn auch neue Techniken alte Prognosen umstoßen), die Atomenergie birgt große Gefahren und die Luftverschmutzung bereitet zunehmend Probleme. Es gibt deshalb mannigfaltige Bemühungen, die Energieeffizienz zu steigern und die Wasserkraft, die Sonnen- und Windenergie und verschiedene alternative oder ergänzende Techniken (z.B. Geothermie) zu nutzen, um den Verbrauch fossiler Energien zumindest nicht weiter deutlich ansteigen zu lassen. Im Straßenverkehr sind die Autobauer mit guten Erfolgen bemüht, den Treibstoffverbrauch der Fahrzeuge zu senken, und Elektro-, Hybrid-, Wasserstoff-, und Biomethanfahrzeuge kommen auf den Markt. Immer mehr Verbraucher scheinen bereit und gewillt zu sein, einen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs und der Emissionen zu leisten, was wiederum die Hersteller antreibt, neue Lösungen anzubieten.

Die zunehmende Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle aufgrund der Wohlstandsvermehrung in vielen bevölkerungsreichen Schwellenländern droht so oder so zu einer weiteren Verknappung des Angebots zu führen. Und es ist zu befürchten, dass auch die hochentwickelten Staaten nach wie vor mehr fossile Energie benötigen, als geplant ist. 20 Prozent Erneuerbare ist das EU-Ziel für 2020, bis 2050 soll über die Hälfte des Verbrauchs aus regenerativen Quellen kommen, in Deutschland aufgrund der Energiewende nach dem Ausstieg aus der Atomenergie schon im Jahr 2030. Manche Einsparungen in den EU-Staaten, wo je 1.000 Dollar BIP am wenigsten Energieeinheiten benötigt werden, sind zuletzt allerdings nicht durch verbesserte Techniken erzielt worden, sondern durch Verlagerung energieintensiver Produktionen in andere Staaten, eine klimapolitische Augenauswischerei. Und Tatsache ist auch, dass etwa Elektronenergie aus Fotovoltaik den Strompreis in die Höhe treibt, da die Anlagen ja nicht aus den Staatskassen gefördert werden, sondern über höhere Einspeisetarife, die die Verbraucher bezahlen müssen. Die Strompreisumlage für erneuerbare Energien beträgt in diesem Jahr in Deutschland bereits 5,3 Cent je Kilowattstunde, im nächsten Jahr 7 Cent. Dabei klagen Unternehmen und Haushalte überall über die steigenden Strompreise.

Indes vollziehen sich derzeit große Veränderungen am weltweiten Energiemarkt. Der Grund: Die Peak-Oil-Theorie, wonach die Erdölreserven in absehbarer Zeit zu Ende gehen würden, ist überholt, weil immer neue Techniken dazu beitragen, dass das Ende des fossilen Zeitalters nach hinten verschoben wird. Das „hydraulic fracturing“, kurz auch Fracking genannt, revolutioniert die Energiewirtschaft, zumal die USA, wo diese umstrittene Technik schon auf breiter Ebene angewandt wird, bereits von einer Unabhängigkeit von Energieimporten sprechen. Tatsache ist, dass aufgrund der steigenden eigenen Förderungen von Gas und Öl in den USA die Nachfrage nachgelassen hat und die Preise insbesondere für Gas fallende Tendenz aufweisen, was vor allem Russland Probleme bereitet. Dazu kommt, dass neben der Förderung von Schiefergas und Schieferöl auch weitere Techniken der Energiegewinnung erprobt werden, die jedoch einerseits sehr teuer sind und anderseits noch größere Umweltrisiken aufweisen als das Fracking.

Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Osteuropa fest im Blick: der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Der am 17. Dezember 1952 in Köln gegründete Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft versteht sich als zentrale Interessenvertretung deutscher Unternehmen im östlichen Teil Europas. Seinen Sitz hat er in Berlin. Unter dem Motto „Wandel durch Handel“ zu Zeiten des Kalten Krieges gestartet, trug der Ausschuss wesentlich dazu bei, dass mittlerweile 15 Prozent aller deutschen Exporte nach Osteuropa gehen.

Deutschen Unternehmen, die sich in den betreuten Regionen wirtschaftlich engagieren wollen, dient der Ost-Ausschuss als direkter Ansprechpartner. Er berät und unterstützt sie auf vielfältige Art und Weise. So profitieren die Ratsuchenden unter anderem von einem Netzwerk aus Kontakten zu Behörden, Unternehmen sowie Verbänden im In- und Ausland. Die mit zehn Ausgaben pro Jahr erscheinende Publikation „Ost-Ausschuss Informationen“ stellt darüber hinaus konkret verwertbare, praxisrelevante Informationen zur Verfügung.

Auf der Metaebene agiert der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft an den Schnittstellen von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Er fungiert als Lobby mit dem Ziel, die Handelsbeziehungen mit Osteuropa auszuweiten und zu intensivieren. Beispiele dafür sind die Organisation von Mittelstandskonferenzen und Parlamentarischen Abenden, die Mitgliedschaft in bilateralen Gremien sowie die Herausgabe von Pressemitteilungen.

Der Ausschuss wird von fünf Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft getragen:

  • Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.
  • Bundesverband deutscher Banken e. V.
  • Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e. V.
  • Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V.

Laut Satzung können weitere Verbände und Unternehmen beitreten, soweit das Präsidium auf Vorschlag des Vorstands der Bewerbung zustimmt. So waren im Dezember 2012 insgesamt 180 Unternehmen als ordentliches Mitglied eingetragen.

Firmensitz im Ausland?

Dass Unternehmen in den letzten Jahren zunehmend ihren Firmensitz ins Ausland verlegen, hat etwas mit dem Steuerbürokratieabbaugesetz aus dem Jahr 2008 zu tun. Seither lautet der Grundtenor der deutschen Steuergesetzgebung, dass Steuern am Ort der „vorwiegenden Tätigkeitsausübung“ und nicht mehr (wie vorher) des Wohnsitzes anfallen. Natürlich müssen auch im Ausland Steuern gezahlt werden, sie fallen aber in einigen Fällen wesentlich niedriger als in Deutschland aus.

Steuergestaltung im Einzelnen

Die Einkommensteuer des Unternehmers erhebt nach wie vor das Finanzamt an dessen Wohnort (§ 19 AO), die Körperschaftssteuer hingegen entfällt am Sitz der Geschäftsleitung und entfällt damit bei einigen Gesellschaftsformen nach britischem und amerikanischem Recht gänzlich, auch die Umsatzsteuer wird am Unternehmenssitz erhoben (§ 21 AO) und liegt in einigen Staaten weit unter deutschen Verhältnissen, in anderen allerdings darüber. Unternehmer, die weltweit arbeiten, müssen hier genau kalkulieren, denn die höhere Umsatzsteuer zum Beispiel in skandinavischen Ländern erweist sich nachteilig hinsichtlich der Preiskalkulation gegenüber den dortigen Kunden, aber als vorteilhaft bei dortigen Einkäufen, wenn im Gegenzug in Niedrigsteuerländern (mit niedriger Umsatzsteuer) verkauft würde und es dadurch zu einem viel höheren Vorsteuerabzug kommt. Ein wichtiges Moment für die Freiberufler der IT-Branche gibt die Änderung der § 18 Absatz 1 AO ab (gesonderte Feststellung aus freiberuflichen Einkünften): Bis 2008 waren Wohn- und/oder Verwaltungssitz maßgebend für die Erhebung der Steuern, seither ist es der Ort der vorwiegenden Tätigkeit – und die kann im Internet weltweit stattfinden.

Beratung für einen Firmensitz im Ausland

Die steuerlichen Feinheiten und die juristischen Grundlagen bei einem Firmensitz im Ausland sind so umfassend, dass es ohne Rechtsberatung nicht geht. Ansonsten können sich vermeintliche Steueroasen als Steuergrab entpuppen. Zudem ist nicht jede Firma ohne Probleme vom Ausland aus zu führen, denn nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die gesamte Peripherie sieht sich anderen juristischen Gegebenheiten gegenüber. Wer etwa seinen Firmensitz auf Mallorca verlegen wollte, einfach des schönen Wetters wegen, und dort eine kleine Finca als Firmensitz erwerben wollte, stolpert spätestens bei Kaufvertrag über das spanische Immobilienrecht: Dortzulande sind nicht einmal Notarverträge beim Immobilienkauf vorgeschrieben.