China und USA

China und die USA sind für den deutschen Mittelstand gleichermaßen wichtige, wenn auch sehr unterschiedliche Märkte. In den USA treffen deutsche KMU auf einen zwar gesättigten, aber dennoch rechtssicheren und berechenbaren Markt. In China sind die Marktchancen wesentlich größer, die Risiken durch Rechtsunsicherheit und eine völlig andere Management-Kultur der chinesischen Mitarbeiter vor Ort aber ebenso viel höher. Das Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA könnte die Gewichte mehr in Richtung USA verschieben.

Geschäfte mit China: schwieriges Terrain

Deutsche Mittelständler produzieren in China mit Chinesen für den chinesischen Markt, sie produzieren natürlich auch für den deutschen Bedarf und andere internationale Märkte. Die Löhne sind niedrig, die Qualifikation chinesischer Mitarbeiter vergleichsweise hoch, die Schwierigkeiten scheinen dennoch kein Ende zu nehmen. Nicht nur juristische Restriktionen und teilweise Handelsbeschränkungen auf chinesischen lokalen Märkten, auch das Verständnis chinesischer Manager auf der mittleren Leitungsebene – ohne die es nicht geht – macht deutschen Unternehmen zu schaffen. Sie mögen teilweise keine Zahlen, lehnen allzu starkes Controlling ab und vertrauen lieber auf Gefühle. Allerdings hoffen die meisten deutschen Mittelständler, die Schwierigkeiten irgendwann zu meistern, und tatsächlich locken, wenn alles glatt geht, zum Teil sehr hohe Gewinne. Zudem hebt Peking die Zugangsbeschränkungen für ausländische Unternehmen schon seit 2008 sukzessive immer mehr auf, auch wenn in vielen Bereichen nach wie vor Joint Ventures verlangt werden. China lohnt sich für Mittelständler, meinen erfahrene deutsche Unternehmensberater. Die Firmen müssen aber Geduld mitbringen und sich vor allem sehr gut beraten lassen, um einige sehr spezielle Fallen zu umgehen.

Deutsche KMU in den USA

Auch in den USA sind deutsche Mittelständler vertreten, zudem finden sie dort für deutsche Hightech-Produkte einen Top-Absatzmarkt vor. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA dürften, wenn sie gelingen, die Handelsbeziehungen deutscher Mittelständler zum amerikanischen Markt noch wesentlich vertiefen. Europa rechnet mit 119 Milliarden Euro jährlich an wirtschaftlichem Zuwachs, für die USA könnten es 95 Milliarden Euro werden. Es sind nicht nur fallende Zollschranken, die den Handel erleichtern, sondern auch die Vereinheitlichung von Standards, die gerade bei den Erzeugnissen des deutschen Mittelstands zu einem Produktionsschub führen dürfte. Dieser allerdings könnte die BRIC-Märkte, zu denen auch China gehört, beschädigen. Experten können sich vorstellen, dass der europäische Handel mit den aufstrebenden Schwellenländern um bis zu 13 Prozent zurückgeht, wenn sich Europa und die USA stärker verbandeln.

Ein Gedanke zu „China und USA

  1. Freddy

    Wir haben hier stark unterschiedliche Kulturen. Es wird schwer diese jemals komplett vereinen zu können bzw. dass diese den gleichen Blick auf Arbeitsbedingungen und Co. bekommen.

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