Deutsche Wirtschaftsvertreter betrachten Rechtsdruck in Frankreich mit Sorge

Das Abschneiden rechtspopulistischer Parteien hat nicht nur bei vielen Politikern, sondern auch bei Wirtschaftsvertretern Besorgnis hervorgerufen. Insbesondere das Wahlergebnis in Frankreich betrachten viele deutsche Unternehmer mit großer Sorge.

Front National ließ Konservative und Sozialisten hinter sich
Bei der Wahl zum EU-Parlament 2014 erhielt die rechtsgerichtete Front National in Frankreich rund ein Viertel aller Stimmen und ließ damit sowohl die Sozialisten als auch die konservative Partei UMP hinter sich. Mit nur 14 Prozent Stimmenanteil schnitten die Sozialisten so schlecht ab wie noch nie bei einer Europawahl. Die UMP kam auf 21 Prozent.

Mario Ohoven empfiehlt Frankreich eine Agenda 2020
Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und des europäischen Mittelstandsdachverbandes (CEA-PME)verwies darauf, dass Frankreich Deutschlands wichtigster Handelspartner innerhalb der EU sei. Gegenüber dem Handelsblatt äußerte Ohoven die Empfehlung, dass Frankreich eine Agenda 2020 benötige, um eine Rezession zu vermeiden.

Der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, rief die EU-Länder zu einem verstärkten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auf. In der Bereitstellung von Jobs sieht der Niederländer eine Schlüsselfrage. Darüber hinaus müssten seiner Ansicht nach Bedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum geschaffen werden.

Frankreichs Präsident Francois Hollande kündigte nach der Wahlschlappe für seine sozialistische Partei Reformen an. Er wolle sich dafür einsetzen, dass sich die EU-Länder gemeinsam um die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen, ein stärkeres Wirtschaftswachstum und höhere Investitionen bemühe.