Geschäftsreisen

Wenn der Unternehmer, also der Selbstständige aus beruflichen Gründen sein Unternehmen als seine regelmäßige Arbeitsstätte verlässt, dann handelt es sich um eine Geschäftsreise. Bei unselbstständigen Arbeitern und Angestellten wird in diesem Falle von einer Dienstreise gesprochen. In beiden Fällen sind Anlass und Charakter des außerhäuslichen Aufenthaltes vergleichbar. Und besonders bei klein- sowie mittelständischen Unternehmen stellt sich die Frage nach der Effektivität, nach dem Kosten-Nutzen-Effekt derartiger Geschäfts- oder Dienstreisen [Erläuterung].

Nicht jede Geschäftsreise ist ersatzlos überflüssig, aber auch nicht jede ist unbedingt notwendig. In der heutigen Zeit macht es die moderne Kommunikation möglich, dass sich im geschäftlichen Alltag viele Arbeitsabläufe telefonisch und schriftlich bearbeiten lassen. Telefon, Telefax, E-Mailkorrespondenz mit Dateianhängen oder das Skypen sind technische Möglichkeiten, die in vielen Fällen keine persönliche Präsenz erfordern. Der Unternehmer kann auch von unterwegs aus kommunizieren. Laptop und modernes Handy sind wie ein mobiles Büro im eigenen Pkw.

Als Faustregel gilt, dass der Unternehmer einmal im Jahr seine Vertragspartner, sprich seine Kunden persönlich aufsuchen sollte. Der Anlass dafür kann ein Vertragsabschluss oder eine Vertragsverlängerung sein. Wenn beiderseits Originalunterschriften notwendig sind, dann sollte das der Anlass für ein, wenn auch kurzes, persönliches Meeting sein. Dazu trifft man sich gerne auf halber Strecke, um beiderseits Zeit und Geld zu sparen. Ein reines Goodwill-Treffen wird in der heutigen Zeit als wenig sinnvoll, eher als Vergeudung von Zeitressourcen gesehen. Die Geschäftsreise muss so wichtig sein, dass  das persönliche Treffen durch keine andere Kommunikationsmöglichkeit ersetzbar ist.

Das gilt ebenso für verantwortungsbewusste Mitarbeiter. Sie haben ihren eigenen Handlungs- und Ermessensspielraum, in dem sie frei und effektiv entscheiden. Die Ressource Arbeitszeit steht vielfach in einem direkten Zusammenhang mit deren eigener Freizeit. Der Mitarbeiter wird abwägen, welchen Vorteil ihm eine Dienstreise  für seinen Arbeitsplatz, für seine momentane Arbeit und für die gesamte Situation im Unternehmen bringt. Er wird sich letztendlich auch am Verhalten des Unternehmers orientieren, wie der seinerseits das Thema Geschäftsreisen handhabt.

Ein Gedanke zu „Geschäftsreisen

  1. Max Meinhardt Artikelautor

    Interessant wäre ein Vergleich „Geschäftsreisen früher, Geschäftsreisen heut“. Wie viel Geld steckt ein Unternehmen tatsächlich in Geschäftsreisen, wenn man Unterbringung, Verpflegung und sonstige Zahlungen hinzurechnet? Sind diese Ausgaben wirklich in jedem Fall notwendig?

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