Güterverkehr in Deutschland

Der Güterverkehr in Deutschland auf Straßen und Schienen, zu Wasser und in der Luft ist nach wie vor eine Wachstumsbranche, kämpft aber mit stetig schärferen Auflagen, die ab 2015 auch den Dieselkraftstoff – aufgrund einer umwelttechnischen Gesetzesänderung im Schiffsverkehr – betreffen werden. Die Logistikbranche trägt ihren Namen nicht umsonst: Es ist sehr viel Organisation erforderlich, um Güter kostengünstig im gebrochenen (mit verschiedenen Verkehrsträgern) und ungebrochenen (mit einem Verkehrsträger) Güterverkehr zu befördern.

Umfang des Güterverkehrs in Deutschland

Im Gesamtumfang beträgt der Güterverkehr in Deutschland rund 4,5 Milliarden Tonnen und damit deutlich über 50 Tonnen pro Einwohner. Die Entwicklung in einzelnen Bereichen verläuft uneinheitlich. So nahm die Güterbeförderung durch die Binnenschifffahrt im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 um 1,3% zu (111,5 Millionen Tonnen), im Eisenbahngüterverkehr nahm sie hingegen um 1,3% ab (181,1 Millionen Tonnen). Den größten Anteil weist nach wie vor mit weitem Abstand der Straßenverkehr auf, im innerdeutschen Verkehr wurden 2012 insgesamt 2,76 Milliarden Tonnen per Lkw befördert. Auch der Straßenverkehr ist inzwischen leicht rückläufig, die Differenzen liegen aber stets im unteren einstelligen Prozentbereich.

Prognosen für den Güterverkehr in Deutschland

Ab 2015 sind Schiffe im Nord- und Ostseeverkehr verpflichtet, ihre durch Dieselkraftstoffe verursachten Schwefelemissionen um 90 Prozent zu senken, auch Stickoxide und Rußpartikel müssen deutlich reduziert werden. Das umwelttechnisch motivierte Vorhaben hat gewaltige wirtschaftliche Konsequenzen für die rund 4.000 Schiffe auf den betroffenen Routen, denn sie haben nur die Möglichkeit, ihre Schiffe mit Scrubbern (Entschwefelungsanlagen) auszurüsten, wofür die meisten Reedereien keinerlei Bankkredite erhalten (Kosten um 1,5 Millionen Euro pro Schiff) oder auf hochwertigen, schwefelarmen Diesel umzusteigen, den an Land auch die Lkws tanken. Den Einbau von Scrubbern halten Experten aus vielerlei Gründen bei den meisten Schiffen für unwahrscheinlich, weshalb zu erwarten ist, dass ab 2015 die Dieselpreise in Europa sehr stark anziehen werden. Nach Hochrechnungen des europäischen Ölfirmenverbandes Concawe beträgt der Mehrbedarf über 13 Millionen Tonnen und damit so viel wie ein Drittel des gegenwärtigen Marktes. Preissteigerungen und damit große Änderungen im Güterverkehr per Lkw sind daher mit Sicherheit zu erwarten.