Lohnnebenkosten belasten Arbeitgeber

Sinkende Arbeitslosen- und steigende Beschäftigungszahlen sind Indiz für eine starke Wirtschaft in Deutschland.  Bei Befragungen zu den Gründen geben Wirtschaftsexperten immer wieder auch sinkende Sozialabgaben auf Seiten der Arbeitgeber an. So ist es nachvollziehbar, dass die Regierungsparteien in den letzten Jahren ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Ausgabenbelastung der Unternehmen gelegt haben. Trotz aller Bemühungen summieren sich aber die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung sowie weitere Abgaben noch immer auf ca. 25 Prozent.

Gesamtsozialversicherungsbeiträge belasten am stärksten

In der deutschen Sozialversicherung gilt eine paritätische Beitragsfinanzierung. Das heißt, dass die Beiträge zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils  zur Hälfte bezahlen. Allein in der Rentenversicherung müssen Arbeitgeber so 9,45 Prozent (gerechnet auf den Bruttoarbeitslohn) an die Rentenkassen abführen. Hinzu kommen 7,3 Prozent in der Krankenversicherung, 1,5 Prozent in der Arbeitslosenversicherung sowie 1,025 Prozent in der Pflegeversicherung.  Zu den hier genannten Beiträgen zur Sozialversicherung kommen noch weitere Abgaben hinzu, die vielen Arbeitnehmern nicht bekannt sind.

Insolvenzgeldumlage und Unfallversicherungsbeiträge

Während die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung in den letzten Jahren sanken, erhöhten sich die Arbeitgeberbelastungen insbesondere durch gestiegene Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung. Diese ausschließlich durch die Arbeitgeber zu zahlenden Beiträge an die zuständige Berufsgenossenschaft fallen für die einzelnen Firmen sehr unterschiedlich aus, da sich die Beiträge nach Gefahrenklassen berechnen. Für Bürotätigkeiten, bei denen das Risiko eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit relativ gering ist, halten sich die zu zahlenden Beiträge in Grenzen. Dagegen steigen sie z.B. für Tätigkeiten in der Baubranche auf mehrere Prozentpunkte gerechnet vom Bruttolohn an. Neben den Unfallversicherungsbeiträgen werden Arbeitgeber seit 2012 auch wieder mit einer Insolvenzgeldumlage (0,15 %) belastet.

Beiträge nach dem Aufwendungsausgleichgesetz (AAG)

Neben den genannten Abgaben, aus denen ausschließlich Arbeitnehmer Leistungsansprüche ableiten können, sind von Seiten des Arbeitgebers noch zusätzlich Beiträge nach dem AAG zu zahlen, die je nach Erstattungssatz bis über 3 Prozent betragen können. Diese Belastung ist aber von vielen Firmen gewünscht. Schließlich erhalten bei einer Erkrankung ihrer Mitarbeiter bis zu 80 Prozent des zu zahlenden Lohnes erstattet.

Ein Gedanke zu „Lohnnebenkosten belasten Arbeitgeber

  1. Sigrid

    Aber die die Arbeitsnehmer haben viel auf ihren Schultern zu tragen. Die Differenz zwischen Brutto und Netto ist enorm, besonders bei Arbeitnehmern der Steuerklassen 1 und 3.

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