Mindestlohn-Bürokratie

Auch wenn die CDU – gemeinsam mit der SPD – dem Mindestlohn zugestimmt haben, fordert der Spitzenkandidat der Hamburger CDU eine Nachbesserung im Bereich der Dokumentation. Und auch in den Reihen der SPD wird die Kritik immer lauter. Eine neue Umfrage, die von dem Verband der mittelständischen Wirtschaft in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass rund 44 Prozent der Deutschen überzeugt sind, dass die Bürokratie für mittlere bzw. kleinere Unternehmen deutlich vergrößert wird und somit die Gefahr besteht, dass Arbeitsplätze abgebaut werden.

Immer mehr Menschen wenden sich gegen die Regierung

Jeder vierte Deutsche ist überzeugt, dass die Einführung des Mindestlohns nicht nur positive Aspekte mit sich bringt. Von den 44 Prozent der Deutschen, welche Kritik an der Einführung des Mindestlohns üben, bekennen sich 53 Prozent zu der Union; 42 Prozent sind Wähler der Sozialdemokraten. Zudem erwarten 36 Prozent der Deutschen erhebliche Verschlechterungen am Arbeitsmarkt. Schlussendlich würde die erhöhte Bürokratie Arbeitsplätze gefährden. Und zwar in allen Regionen und in allen Branchen. Vor allem Deutsche, die zwischen 25 Jahre und 34 Jahre alt sind, sehen der Zukunft skeptisch gegenüber. 41 Prozent sind der Ansicht, dass die neue Bürokratie Arbeitsplätze zerstöre. Auch CDU/CSU-Wähler (52 Prozent), Wähler der Alternative für Deutschland (51 Prozent) und auch FPD-Wähler (47 Prozent) teilen diese Ansichten.

Auch Ohoven spricht sich gegen die neue Regelung aus

Für Mario Ohoven, den Präsidenten des Verbands für die mittelständische Wirtschaft, ist diese Umfrage ein klares Zeichen gegen die Verordnung der Regierung. Die Umfrage lässt deutlich erkennen, dass selbst die eigenen Wähler gegen die Politik der Schwarz-Roten-Regierung sind. Ohoven ist überzeugt, dass „erhebliche Nachbesserungen“ stattzufinden hätten. Vor allem betreffen jene die Bürokratie in Form der Überwachungs- bzw. Dokumentationspflicht. Doch der Mindestlohn ist nicht nur eine Debatte im Bereich der Wirtschaft. Auch im Hamburger Wahlkampf spielt er eine wesentliche Rolle. Schlussendlich wettert der Spitzenkandidat der CDU, Dietrich Wersich, gegen die Dokumentationspflicht und fordert seine Kollegen auf, endlich Nachbesserungen vorzunehmen. Nur selten hört man derart scharfe Worte in Richtung der eigenen Partei.

Auch das Rentenalter spielt eine wesentliche Rolle

Doch neben dem Mindestlohn, befasst sich Ohoven auch mit dem Rentenalter. Schlussendlich hat eine Umfrage ergeben, dass rund 22 Prozent der Deutschen der Meinung seien, auch nach dem 67. Lebensjahr ihrer Beschäftigung nachzugehen. Rund 26 Prozent der 55-jährigen Arbeitnehmer sind der Ansicht, dass sie sich eine Weiterbeschäftigung über das 67. Lebensjahr hinaus vorstellen könnten. Aus diesem Grund griff Ohoven wieder eine alte Forderung der Wirtschaft auf: die Flexi-Rente.