Ohoven fordert Mailverbot

Rechtzeitig zum Fest forderte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Handy-Stillstand für die Weihnachtszeit: „Kluge Arbeitgeber gönnen ihren Mitarbeitern im Sinne des Wortes weihnachtliche Stille. Zwischen Weihnachten und Neujahr gehören Handys, außer in Notfällen, abgeschaltet.“

Normalerweise hat Mario Ohoven, Chef des Mittelstandverbands, bei seinen Vorstößen vor allem die Interessen der Bosse im Blick. Nun aber will er den Arbeitnehmern helfen.

Für viele deutsche Arbeitnehmer ist nach dem Verlassen des Arbeitsplatzes noch lange nicht Feierband. Immer mehr Chefs fordern eine ständige Erreichbarkeit, ganz egal, ob das Privatleben leidet oder eingeschränkt wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Ohoven mit eher ungewöhnlichen Vorschlägen zu Wort meldet. Üblicherweise allerdings hatte er bisher vor allem die Interessen der Chefs im Blick. So sprach sich Ohoven bereits für ein totales Rauchverbot am Arbeitsplatz und ein Ende der Raucherpause aus. Auch für zwei Karenztage ohne Lohnzahlung im Krankheitsfall plädierte er. Und während der Finanzkrise rief er die Beschäftigten dazu auf, auf einen Urlaubstag zu verzichten: „Wer einen Urlaubstag opfert, sichert seinen Arbeitsplatz. Und er hilft seinem Betrieb, die Krise besser zu überstehen.“ Fraglich wie gut solche Äußerungen bei den Arbeitnehmern ankommen. Wichtig ist aber, dass Mario Ohoven sich anscheinend sowohl für die Chefs als auch für die Angestellten einsetzt und es versteht in die Rollen der beiden Seiten reinzuschlüpfen.