Rentenalter

Rente mit 69

Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft und somit Repräsentant von 275.000 Unternehmen, hat sich in einem BZ-Interview kritisch gegenüber der Arbeit der Regierungskoalition geäußert. Es müssten ihren Worten auch entsprechende Taten folgen.

Zu hohe Energie- und Lohnnebenkosten in Deutschland

Auf die Frage nach seiner Zufriedenheit mit der aktuellen Regierung sagte Mario Ohoven, dass er insbesondere im Bereich Energie Probleme sehe. Für mittelständische Unternehmen würden sich aus den immer wieder steigenden Preisen Nachteile ergeben. Sie seien deshalb häufig dazu gezwungen, in andere Länder auszulagern. In den USA und vielen anderen EU-Ländern seien die Energie- bzw. auch die Lohnnebenkosten erheblich niedriger als hier. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, müsse die Regierung die Stromsteuer reduzieren, meinte Ohoven. Ausnahmen für einzelne Unternehmen, die den Strompreiszuschlag aufgrund von Subventionen im Gegensatz zu anderen nicht zahlen müssen, seien nicht gerecht und nachvollziehbar.

Ohoven plädiert für späteres Rentenalter

Auch bezüglich der Rentenpolitik äußerte sich Mario Ohoven kritisch. Seiner Meinung nach müsse das Rentenalter an die aktuelle Lebenserwartung angepasst werden, die im Durchschnitt weiter voranschreitet. Entsprechende Auswirkungen würden sich hier auch auf die Höhe der Sozialbeiträge ergeben, die gegenwärtig zu hoch seien. Eine Lösung des Problems sieht Ohoven darin, dass ältere Arbeitnehmer wieder vermehrt in den Arbeitsmarkt einbezogen werden, insbesondere als wertvolle Fachkräfte in altersgemischten Teams.

Forderung von schärferen Sanktionen für Steuerverschwendung

Damit es zu keinen weiteren Steuererhöhungen kommt, schlug der Präsident des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft einen schnellen Abbau der Staatsschulden vor. Auch die Verschwendung von Steuergeldern müsse in Zukunft vermieden werden. Als Beispiele nannte Ohoven den Bau der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes und des Flughafens Schönefeld. Eine solche Verschwendung und Fehlkalkulation könnten sich mittelständische Unternehmen nicht leisten. Ohoven forderte schärfere Sanktionen für die verantwortlichen Personen und die Einführung der Haushaltsuntreue als offizielle Straftat. Eine Haftbarmachung von Vorständen und Aufsichtsräten würde in Zukunft zu besseren Planungen führen.