Spiel mit dem Feuer

Spiel mit dem Feuer

Die Weltwirtschaft ist in Gefahr!

Wirtschaftsexperten, die die Weltwirtschaft und einzelne Volkswirtschaften beobachten, sehen Anzeichen dafür, dass eine große ökonomische Krise droht. Die Fachleute – z.B. die Ökonomen der Bank of England – befürchten, die Weltwirtschaft könne sogar größeren Schaden nehmen als durch die Immobilienkrise, die im Jahr 2008 die USA erschütterte. Die Ursachen der neuen Wirtschaftskrise liegen nach Meinung der Experten bei drei verschiedenen Akteuren, nämlich den Finanzinstituten, den nationalen Notenbanken und den Regierungen der Industriestaaten.

Die Finanzinstitute – also die unabhängigen, nicht von Regierungen gelenkten Banken – gehen mit ihren Investitionen zu sorglos um. Sie stecken große Summen in hochspekulative Finanztransaktionen, indem sie z.B. Derivate kaufen. Derivate sind Finanzprodukte, denen nicht unbedingt materielle Werte zugrunde liegen müssen (wie etwa den Aktien), die daher hoch spekulativ sind und große Verluste verursachen können.

Der Beitrag der staatlichen Notenbanken zum Krisenszenario besteht darin, dass sie zu viel Geld drucken und in Umlauf bringen. Damit steigt die Inflationsgefahr.

Die Regierungen der Industriestaaten tragen eine hohe Mitverantwortung für die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise, denn sie lassen es zu, dass die staatlichen Etats viel zu große Defizite aufweisen: Die Staatsschulden sind sehr hoch, sie betragen in vielen Fällen ein Mehrfaches der jährlichen Einnahmen (z.B. in Japan und auch in manchen europäischen Ländern, etwa Spanien und Portugal). Selbst bei guter Konjunktur, wenn die Steuereinnahmen eigentlich hoch sind, müssen die Staaten sehr viel Geld in den Schuldendienst stecken und können dann wichtige Investitionen nicht mehr tätigen. Besonders dramatisch ist die Lage deshalb, weil selbst prosperierende Industriestaaten (darunter die USA und Deutschland) steigende Defizite verzeichnen. Das bedeutet: Sie machen neue Schulden, statt die bestehenden Schulden endlich abzubauen! Eine große Gefahr für die Staaten und ihre Volkswirtschaft besteht darüber hinaus darin, dass mit weiteren Staatsschulden gerechnet werden muss, die in den nationalen Haushalten noch gar nicht ausgewiesen sind, und zwar mit Schulden, die durch Sozialleistungen entstehen, die in Zukunft geleistet werden müssen. Es wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise an die Renten und Pensionen zu denken, die den Mitgliedern der geburtenstarken Jahrgänge bezahlt werden müssen, wenn diese in den Ruhestand gehen werden.

Insgesamt ist die Lage der Weltwirtschaft prekär. Die Entwicklungen der Zukunft könnten dramatisch sein!